Strom in den eigenen vier Wänden erzeugen, rechnet sich

Strom in den eigenen vier Wänden erzeugen, rechnet sich

Jörg Jokisch macht mit seinem Unternehmen grinnotec in Bad Segeberg Haushalte unabhängig. Und zwar von herkömmlichen Stromversorgern und steigenden Strompreisen. Im Interview erklärt er, warum selbst erzeugte Energie nicht nur sauber, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Herr Jokisch, Sie sind ja auf Photovoltaik-Anlagen und Stromspeicher für den Eigenverbrauch spezialisiert, wie entwickelt sich die Nachfrage?
Sehr gut, Strom selbst zu erzeugen und in den eigenen vier Wänden zu nutzen macht einfach Spaß und rechnet sich. Allein in den letzten zweieinhalb Jahren ist die Zahl der Stromspeicher von 50.000 auf über 125.000 in Deutschland angestiegen. Die Nachfrage bei den Hausbesitzern ist aktuell sehr hoch und wir gehen davon aus, dass sie in diesem Jahr noch weiter ansteigt.

Woran liegt das denn?
Man kann heute Solarstrom viel günstiger selbst erzeugen als ihn aus dem Netz zu beziehen. Die Kosten für Photovoltaikmodule und Stromspeicher sind auf einem Tiefststand. Gleichzeitig steigen die Stromkosten weiter an. Nicht zuletzt ist die Einspeisevergütung für Solarstrom mittlerweile auf rund 10 Cent pro Kilowattstunde gesunken, während der Strompreis heute bei rund 30 Cent pro Kilowattstunde liegt. Es ist also sehr sinnvoll, so viel Strom wie möglich selbst zu verbrauchen, statt ihn ins Netz zu speisen.

Spielt auch der Wunsch eine Rolle, etwas gegen den Klimawandel zu tun?
Früher war den Leuten allein die Rendite einer Solaranlage wichtig. Natürlich ist der wirtschaftliche Aspekt heute auch entscheidend aber Klima und Umwelt spielen für mehr Menschen eine Rolle, als noch vor ein paar Jahren. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Menschen in heißen und trockenen Sommern wie den letzten beiden den Klimawandel selbst spüren. Und man kann selbst entscheiden, ob man weiter fossile Energieträger oder saubere Energie nutzen will. Die Technologie ist da und sie ist für viele Menschen erschwinglich.

Man hört ja immer wieder, dass Speicher nicht wirtschaftlich sind und man lieber noch warten sollte?
Natürlich sinken die Preise weiter aber bei weitem nicht mehr in dem Maß wie vor ein paar Jahren,
als der Markt noch am Anfang stand. Das Warten lohnt sich heute schlichtweg nicht mehr. Wenn
ich warte, zahle ich ja weiterhin die Stromkosten, die ich mir sonst schon einsparen würde. Und in
der Regel kostet mich diese Wartezeit dann mehr, als ich durch niedrigere Preise einsparen könnte.
Ich kenne viele Kunden, die sich ein bisschen ärgern, den Schritt zur eigenen Stromversorgung nicht
früher gemacht zu haben.

Es gibt ja mittlerweile viele Installateure, die Speicher und Photovoltaik-Anlagen anbieten. Was machen Sie anders?
Jeder Kunde hat ja einen anderen Stromverbrauch, ein anderes Dach und einen anderen Lebensrhythmus. Die Photovoltaik-Anlage und der Speicher müssen genau dazu passen und dafür ist eine sehr sorgfältige Planung wichtig. Bei uns kriegt der Kunde keine Stangenware sondern genau das was er braucht und kein unnötiges Zeug.

Sie vertreiben ja exklusiv die sonnenBatterie von sonnen, warum das?
sonnen ist der weltweit größte Hersteller von intelligenten Stromspeichern. Die sonnenBatterie wird im Allgäu produziert, ist also „Made in Germany“. Außerdem kommen dort nur die besonders langlebigen und sicheren Lithium-Eisenphosphat-Akkus zum Einsatz. Aber das wichtigste ist die sonnenCommunity, das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das man nirgendwo sonst findet.

Können Sie und das kurz erklären?
Na klar, der Grundgedanke der sonnenCommunity ist, dass Energie von Haushalten erzeugt wird undnicht mehr von Großkraftwerken. Also genau das, was unsere Kunden heute schon machen. Das Besondere ist aber, dass sie sich in der sonnenCommunity mit anderen Teilnehmern vernetzen können. Damit haben sie ganz neue Möglichkeiten. Wer gerade mehr Strom erzeugt als er verbraucht, kann ihn bildlich gesprochen teilen und ihn denen zur Verfüg stellen, die gerade Energie benötigen. Und der Haushalt kann Teil eines virtuellen Kraftwerks werden.

Und was ist das?
Durch die erneuerbaren Energien gibt es ja immer mehr Schwankungen im Stromnetz. Die werden hauptsächlich durch das Ab- und Zuschalten von Windkraftanlagen ausgeglichen, damit das Netz stabil bleibt. Eine sonnenBatterie lässt sich mit tausenden anderen sonnenBatterien vernetzen, so dass eine große, virtuelle Batterie entsteht. Die kann dann zum Beispiel dabei helfen, dass das Netz stabil bleibt. Gemeinsam können viele einzelne Haushalte also etwas Großes bewirken. Und das ganz sauber und ohne dass für diese Zwecke neue Infrastruktur gebaut werden muss. Genau so stelle ich mir die Energiewende vor.

Hat der Kunde auch wirtschaftliche Vorteile davon?
Natürlich, sonst würde es ja nicht funktionieren. Wenn der Kunde seinen Speicher für das virtuelle Kraftwerk zur Verfügung stellt, bekommt er die sonnenFlat und damit Freistrommengen als Gegenleistung. In der Regel ist das der Strom, den der Haushalt nicht selbst erzeugen kann und daher kaufen müsste. Er zahlt mit der sonnenFlat dann nur noch einen festen monatlichen Betrag von 19,99 Euro, mit dem der gesamte Jahresverbrauch abgedeckt sein sollte. Er erhält also das ganze Jahr über saubere Energie zu einem festen Preis. Diese Garantie erhält man sonst nirgends.

Veröffentlicht in „Lust auf Bad Oldesloe – DAS JOURNAL FÜR BAD OLDESLOE UND UMGEBUNG MIT TERMINEN, TIPPS, NEWS & STORIES“, Ausgabe 04/2019

Weitere Informationen unter https://www.kreativ-sh.de/assets/files/KREATIVD_19_033_LaOD_04.pdf.